TSV 1862 Radeburg – Radebeuler HV 36:37 (15:17)

Big Points im Abstiegskampf und leckere Brötchen zum Sonntag

Piep,piep,piep…. Sonntag, 8:00 Uhr, der Wecker klingelt bei Familie Hermann in Radeburg. Christoph versucht sich aus dem Bett zu drehen. „Ich bin zu alt für den Scheiß. Es tut wieder alles weh.“ Er zieht sich dennoch an und bewegt sich vorsichtig, leicht hinkend zum Bäcker des Vertrauens, so wie es in Deutschland Millionen von Familienvätern Sonntag früh machen. „Wieso eigentlich immer ich?“, denkt er sich. Aber heute fällt es ihm ein ticken leichter als nach den letzten Spieltagen. Im Kopf geht er nochmal die Wünsche seiner Liebsten durch. 3 Croissants, zwei Helle, ein Roggen ohne Körner und ein Sonnenblumenbrötchen. Falls diese ausverkauft sind, geht auch Kürbiskern. Und für den Rückweg noch ein Kaffee auf die Hand. Perfekt. 10 Euro könnten langen. Hermi öffnet die Tür der Bäckerei Schöne, vor ihm zwei ältere Damen, welche noch ihre Leiden klagen, dass früher die Semmel 5 Pfennig gekostet hat und einfach einen kleinen Plausch mit der Verkäuferin halten wollen. Rechts sitzen an einem kleinen Tisch Gerd und Hubert(fiktive Namen), welchen schon ihren zweiten Kaffee, natürlich schwarz, tranken und währenddessen in der MoPo über die voraussichtliche Aufstellung der SGD diskutieren. „Der Schreiber… Der hat sich echt gemacht die letzten Spiele.“ Und „Heute ein Dreier und wir können gegen Münster den Klassenerhalt fix machen.“ Beide lachten. Als Sie Hermi sahen verfinsterte sich ihre Miene. „Sonnenblumen sind ausverkauft, Ich packe ihn das Kürbiskernbrötchen ein. Das macht dann 9,35 €.“ Sagte die Verkäuferin. Vom Tisch rief Gerd rüber „Dem kannst du heute auch 15 abknöpfen, der hat gestern unsere Jungs geschlagen!“. Sabine(Verkäuferin) wusste davon nichts und war ganz überrascht. „Du bist doch der Kapitän vom RHV, oder? Erzähl doch mal, was ist denn passiert?“ Hermi überlegte kurz, ob er wirklich das metaphorische Buch aufschlagen soll. „Die Mädels pennen eh noch, was solls.“ „Also….

Es war angerichtet, der RHV spielte Samstag zur späten Stunde beim Tabellenletzten dem TSV Radeburg. Das Hinspiel hatten die Gäste klar mit 40:18 für sich entscheiden können. Dass dies jedoch nicht zu wiederholen sein wird, war jeden klar. Die Gäste rangieren zwar am Tabellenende der Liga, dennoch waren die Ergebnisse der letzten Wochen eindeutig knapper noch als in der Hinserie. Auch verrückt, wenn man bedenkt, dass hier die zwei Truppen aufeinandertreffen, welche letzte Saison die Meisterschaft unter sich ausgemacht hatten.

Radebeul startete, mit einer gewohnt offensiven Abwehr, aber auch die Hausherren hatten sich einige taktische Kniffe überlegt und kamen auch besser in die Partie.

Schnell führten Sie durch die Treffer von Eckert und Gründler mit 2:0. Erst danach kamen die Men in Black besser in die Partie und kamen über zwei 7-Meter von Heroldt und einem Durchbruch von Hermann in das Spiel. Der Vorsprung wuchs bis zur 12. Minute auf 4:8, was dem Heimtrainer zu einer Auszeit zwang. Diese Schien zu fruchten und der Vorsprung wurde nicht größer, sondern pendelte sich bei 2–3 Treffern ein. Aufgrund des genutzten 7. Feldspieler der Radeburger, bot sich häufig die Gelegenheit für die Gäste auf das freie Tor zu werfen, was jedoch schaffte man es nur bedingt aus diesen Situationen Profit zu schlagen.

Die Radebeuler schafften es durch starke 1:1 Situationen immer wieder sich in gute Wurfpositionen zu bringen, jedoch scheiterte man zu oft an dem gut aufgelegten Hüter. Die Hausherren vermochten es jedoch auch den sich bietenden Platz mit der Dauer der Spielzeit immer besser zur nutzen und so war es Schur, welcher vor der Halbzeit nochmal auf 15:16 verkürzte. Ein gutes Kreisanspiel später erzielte Weiße den 15:17 Halbzeitstand.

In der Halbzeit wurde nochmal auf die Deckung und die Umschaltbewegung eingegangen.

Die zweite Spielhälfte begann und es starteten die „Schütt-Festspiele“, welcher alleine im 2. Spielabschnitt sieben Treffer beisteuerte. Jedoch kamen die Radebeuler zunächst besser aus der Halbzeit. Zwar glichen die Radeburger erstmal zum 17:17 aus. Danach waren es jedoch der doppelte Stein, Mattern und Herrmann, welche eine 4-Tore-Führung herstellten. Wer jedoch dachte, nun wäre die Messe gelesen schien sich zu täuschen. Radeburg kämpfte und kam auch aufgrund seiner körperlichen Stärken durch Schütt immer wieder zu einfachen Toren. Auch eine Auszeit von Trainer Jurgeleit in der 40. Minute brachte keine Änderung. So war es Fuhrmann welcher zum 24:23 die erstmalige Führung seit der 3. Spielminute herstellte. Der Angriff der Gäste funktionierte weiterhin gut, die in den letzten Spielen schwachen Überzahlsituationen konnten besser gelöst werden. Degenkolbe führte super Regie auf der Mitte und die Außen zeigten sich treffsicher. Radeburg zeigte sich aber nicht beeindruckt und traf auch traumwandlerisch sicher über die starken Außen. Elsner war es, welcher in der 50. Minute die 29:30 Führung herstellte. Der offene Schlagabtausch ging weiter und der TSV erzielte wieder zwei Treffer. Es Stand 31:30 als Schütt nach einem Foul an ihm mit der Entscheidung der Schiedsrichter unzufrieden war und den Hallenboden zu sehr dafür büßen ließ und zwei Minuten kassierte. Man kam von 32:30 wieder auf 33:33 heran. Durch zwei Fehlwürfe stand es 2,5 Minuten vor Spielende 35:33. Nach einem unglücklichen Zusammenstoß brach sich Kotte voraussichtlich die Nase. Gute Besserung von hier aus.

In den letzten Spielen wären die Men in Black bei dem Spielstand nervös geworden, doch hier war es dreimal Degenkolbe, welcher bei 58:56 auf Pari stellte. Den folgenden Angriff leisteten die Gastgeber sich einen TRF und so hatten die Gäste nochmals 20 Sekunden vor Ende der Partie den Ball. Ein starkes 1:1 von Mattern und einen Pfiff später, gab es völlig zurecht 7-Meter. In dem Atemzug erhielt Kitsch auf seine dritte Zeitstrafe. Nach langen Diskussionen mit allen Beteiligten, stand Stein bereit und brachte den Ball mit viel Willen, aber auch einer gehörigen Portion Glück über die Linie. Auszeit, noch 6 Sekunden zu spielen, die Halle stand. Durch die Zeitstrafe konnte Radeburg nicht mit dem siebten Feldspieler auffüllen. Der Angriff verpuffte und der Wurf über die Halbrechte ging ein gutes Stück über das Gehäuse von Voigt.

Der Jubel kannte keine Grenzen. Dieser Sieg war enorm wichtig für den Klassenerhalt.

Es war sicherlich kein schönes Spiel, aber ein großer Kampf. Der Abwehr-Torhüterverbund war an dem Tag sicherlich nicht besonders gut, jedoch schaffte man es durch großen Einsatz und einer guten Offensive das Spiel zu gewinnen.

Ein Dank geht an die Fans, welche uns super unterstützt haben. Nächstes Wochenende ist Pause, und danach geht es mit einem Heimspiel gegen die Wölfe aus Rietschen weiter.

Auch noch ein kleines Wort über die Unparteiischen, welche noch recht jung waren, aber nach der Meinung des Schreiberlings eine schwere Partie gut geleitet haben. Sie pfiffen ihre Linie, auf die man sich einstellen konnte und zogen diese auf beiden Seiten beinahe Konstant durch.

Piep,piep,piep….. „wieso klingelt jetzt mein Wecker? Ach Mist das ist mein Handy. Die Frau ruft an, wo die Brötchen bleiben.“ Hermi hatte die Zeit komplett vergessen. Alle lauschten gespannt während er erzählte. Hermi gab Sabine hastig 10 Euro. „Stimmt so.“ Wünschte den beiden Rentnern einen schönen Sonntag, während die ihren 3 Kaffee tranken, und rannte, sofern es die Schmerzen es zuließen nach Hause. Herrlich so ein Sonntag mit Brötchen und zwei Punkten in der Tüte.

So oder so ähnlich wird es sich sicherlich heute zugetragen haben.

Schreiberling: D.B.S

Bilder: C.H.