Nach dem grandiosen Sieg unserer Girls am letzten Spieltag unter heimischer Kulisse, sicherten sie sich souverän mit einem Punktestand von 22:2 und 107 Plustoren, den Staffelsieg. Mit nur einer Niederlage in der gesamten Saison war der Einzug ins Final Four gesichert und für den Staffelsieg eine goldene Medaille in der Tasche.

Doch die „Girls in Black“ hatten eine weitere Mission. Mit dem Einzug ins Final Four aus beiden Staffeln, wollten sie mehr. Nachdem das Erdbeereis bereits gewonnen war, galt es heute noch das Sahnehäubchen aufzusetzen.

Das Final Four lief so ab: 2x 15 Minuten Spielzeit. Also nicht viel Zeit um nachlässig zu werden oder gar den Start zu verpassen. Ein Sieg bedeutete den Einzug ins Finale und bei einem Unentschieden hieß es sofort ins 7 Meter werfen. Das sollte aus Trainersicht schon vor dem Spiel auf jeden Fall vermieden werden. So etwas ist immer nicht gerade schön, um ein Spiel zu entscheiden. (Es ist immer eine Spielerin die Unglückliche, an der so etwas festgemacht wird)

Im ersten Spieltermin standen uns die Junghandballerinnen des SG Klotzsche gegenüber. Wohl wissentlich dieses Spiel gewinnen zu müssen, um ins Finale zu rutschen, gaben beide Teams so richtig Gas. Keine der Mannschaften konnte so, ein richtiges Zeichen setzen. Hin und her, und ein Spiel auf Augenhöhe wurde den Zuschauern präsentiert. Zu viele vergebene Möglichkeiten machten es unseren Girls immer wieder schwer.

Mit einem Halbzeitstand von 10:10 war das Spiel weiterhin offen. Viele schöne Aktionen auf beiden Seiten steigerten weiterhin die Spannung in der Halle. Über die Stationen 12:12 und 14:12 für Klotzsche, schien das Spiel eine ungünstige Wendung für unsere Radebeuler Mädels zu nehmen. Beiden Teams war es schließlich immer noch klar, worum es geht.

Einzug ins Finale!

Es wurde sich nichts geschenkt, jeder noch so kleine technischer Fehler wurde genutzt. In Minute 29:28 stand es 16:16, die Klotzscherinnen kamen in Ballbesitz und nutzen diesen, um in Minute 29:52 auf ein 17:16 nochmal einzunetzen, um den Sieg für sich zu behaupten.

Aussichtslos schien nun die Situation für unsere Handballmädels des RHV in 8 Sekunden noch den Ausgleich zu schaffen. Was dann geschah, unglaublich, nicht wahr und überirdisch. Unsere Mona, wohl mit etwas Verzweiflung über das aktuelle Spielergebnis und dem Bewusstsein hier nochmal Verantwortung zu übernehmen, schleuderte den Ball nach dem Anpfiff über das halbe Feld ins rechte obere Eck der Klotzschaer Torfrau, welche wohl mit solch einem Ding und einem vermeidlich schon sicheren Sieg nicht mehr gerechnet hat.

Spielstand und Endstand 17:17 und so ging es sofort ins 7 Meter-Werfen, was im Vorfeld auf jeden Fall vermieden werden sollte. Nach diesem Spielverlauf war unsere Freude darüber nun aber sehr groß. Da wir den letzten Treffer erzielt haben, lag der psychologische Vorteil nun auf unserer Seite…

Drei Spielerinnen sollten sich nun mit den gegnerischen Torfrauen messen.

Sehr aufgeregt haben Flora, Kiki und Mona für die Mannschaft diese Aufgabe selbstbewusst übernommen. Doch nun ging es weiter: „überirdisch oder unterirdisch“ oder „zu  viel Respekt vor den stark haltenden Torfrauen?“…man kann es nicht wirklich sagen. Die Nerven lagen blank, alle Vertretungen beider Mannschaften konnten im ersten Durchgang nicht einmal den Ball im Tor versenken. So wurde ein weiterer Durchgang gestartet.

Amelie im Radedeuler Tor gelang es, die sonst so sicher werfende Klotzscherin aus dem Konzept zu bringen, den Torversuch zu vereiteln und den RHV in eine finale Situation zu bringen. Und hier kam wieder Mona ins Spiel. Mit viel Herz und Verantwortung der Mannschaft gegenüber, gelang es ihr den Ball diesmal im Tor zu versenken.

Abpfiff! Sieg! Finale! 17:18 nach 7 Meter-Werfen.

Nach diesem spektakulären Sieg und der Einzug ins Finale hatte man die Möglichkeit sich die gegnerischen Mannschaften fürs Finale nochmal unter die Lupe zu nehmen. Der USV (Sieger der 2.Staffel) hat sich gegen HC Großenhain durchsetzen können. Gegen den HC Großenhain haben unser Girls in Black leider als einziges 2 Punkte in dieser Saison abgeben müssen.

Im Finale der Meisterschaft standen uns damit die Mädels des USV als große Herausforderung gegenüber. USV hat ebenfalls nur ein Spiel in dieser Saison abgeben müssen.

Von der Seite her, Respekt und Anerkennung auch an die Vertretung des USV.

Wie noch einmal vor dem Finale in der Kabine den Radebeuler Akteurinnen ans Herz gelegt, sollte unbedingt ein Unentschieden vermieden werden. Die Nerven und Anspannung sind für alle Beteiligten unerträglich. Das eigene Spiel sollte mit viel Herz, Freude, Teamgeist und dem bereits geschafften, gestaltet werden. Das angesprochene Sahnehäubchen hatten sich die Mädels ja bereits erkämpft und nun sollte auch noch die geliebte Kirsche oben drauf gesetzt werden.

Finale! Auch hier zwei ebenwürdige Mannschaften. Aus einem Freundschaftsspiel und dem Spielbetrieb gegen unsere zweite Radebeuler Vertretung, wusste man über die Stärken des USV bereits einiges.

Und wieder begann die Partie mit einem wahren Schlagabtausch. Beide Mannschaften gönnten sich keine Fehler und keiner konnte sich wirklich dominant auf dem Spielfeld präsentieren. Bis zum Halbzeitstand 5:8 konnten unsere Girls in Black nur einem geringen Rückstand hinterher rennen. Kurz durchgeschnauft, zurück ins eigene Spiel gefunden, gaben alle Mädels nochmal ihr Bestes. So gelang es in der 22. Minute mit einem 9:8, also vier Tore in Folge, das erste Mal in Führung zu gehen. Und dann wieder der Schlagabtausch auf Augenhöhe. Spannung pur. Auch die eigens genommene Auszeit (Stand 11:11 in min.29:17) kurz vor Ende der Partie und den angesprochenen Möglichkeiten wurden leider von den USV-Mädels unterbunden.

Endstand 11:11, also diesem spannenden Finale entsprechend. Wahnsinn!

So ging es wieder ins 7 Meter-Werfen und die Anspannung in der gesamten Halle war echt unerträglich. Und wiederum lagen die Nerven bei den Schützeninnen blank.

USV beginnt ohne Erfolg. RHV (Kiki) netzt ein. USV vergibt die Chance. RHV (Flora) unglücklich vergeben. Der RHV immer noch eins vorn. USV ist dran und trifft. Nun letzte Möglichkeit, um Weiteres zu vermeiden. Mona behält die Nerven, übernimmt die Verantwortung und netzt final ein.

13:12 und Sieg für Radebeul.  !!! MEISTER IN DER REGIONSOBERLIGA 2025/2026!!!

Was ab da in der Halle und innerhalb unserer Mannschaft abging, kann man eigentlich nicht wirklich beschreiben. Das Erste war Freude über diesen Sieg, die Mädels lagen sich in den Armen, dann folgte der Plumps im Kopfe des Trainerteams, Erleichterung und Stolz. Stolze Eltern, die ihre Kidis mit der goldleuchtenden Medaille sehen.

Ob nun Spielzeit hin oder her, jede Spielerin ist ein wichtiger Bestandteil des Teams, ob beim Training, beim gemeinschaftlichen Erwärmen, in der Kabine, auf der Bank mit lautstarker Unterstützung und als Motivation für die Mannschaft.

Wir haben zusammen in dieser Saison etwas Außergewöhnliches geschafft!

Getreu unserem Schlachtruf „Wer gewinnt hier? WIR!“ haben die Mädels gezeigt etwas aus der vergangenen, doch schweren Saison als jüngerer Jahrgang mitgenommen zu haben. Teamgeist, Erfahrung, Selbstbewusstsein, den Blick für die Mitspielerin und die Unterstützung jeder Einzelnen in jeder Spielminute.

Nicht zu vergessen ist Marcel, Krissi und Sarah, welche unsere Girls in Black und uns als Trainerteam in der gesamten Saison enorm unterstützt haben.

Ein großes Dankeschön an alle Mitgereisten, welche unsere Mädels wieder mental, lautstark und musikalisch unterstützt haben.

 

Für den RHV spielten: UND SIND MEISTER IN DER REGIONSOBERLIGA GEWORDEN

Amelie (Tor), Anouk (Tor), Mona , Amrie , Luisa, Elli , Kiki, Flora, Giulia, Anjuli, Lotta, Alicia, Enna

Auf der Bank:  Marcel, Kathl,  David (Maskottchen Sydney hinterm Tor)