Vor Wochen gab es einmal einen Spielbericht der mit folgenden Worten begann:
“Da sitzt du als Trainer auf der Bank und denkst, was treiben die Jungs da auf der Platte?“
Und eigentlich sollte ein Spielbericht nicht mehr mit diesem Satz beginnen, aber gestern war wieder sein Spieltag an dem Du als Trainer auf der Bank sitzt und nicht weißt, was Deine Jungs da auf der Platte eigentlich machen.
Aber der Reihe nach. Zu Gast am ersten Heimspieltag in unserer Heimhalle war das Team aus Riesa. Im Hinspiel gab mussten die Kids in Black eine knappe Niederlage einstecken und daher, auch wenn die Gäste als Tabellenführer anreisten, sollten die Punkte unbedingt in Radebeul bleiben. Der Matchplan war relativ simpel, die beiden Halben aus Riesa schon bei der Ballannahme stören und, da beide ein sehr schwaches Nervenkostüm haben, immer wieder ein bisschen Piesacken und so versuchen Zeitstrafen gegen beide provozieren. Im Angriff sollten die Jungs ihre Schnelligkeit nutzen, die etwas hüftsteife Abwehr des Gegners mit viel Drang zum Tor beschäftigen und dann in die sich bietenden Lücken zu stoßen. Wie gesagt in der Theorie recht simpel, wenn man aber weiß, dass die beiden gegnerischen Halben mindestens einen Kopf größer und deutlich kräftiger als unser Jungs waren war das Umsetzen des Matchplans eine doch recht große Aufgabe.
Das Spiel begann so, wie es der Trainer befürchtet hatte, Riesa nutzte die körperliche Überlegenheit und ging schnell mit zwei Toren in Führung. Was dann geschah, muss man eigentlich gesehen haben. Die Kids in Black waren plötzlich on Fire und bauten einen bärenstarken Abwehrriegel auf. Und im Angriff begann Erik seine Schnelligkeit auszuspielen und schuf so Lücken für Malte, Benny und Pepe. Und im Gegensatz zu vielen Spielen bisher, nutzen alle ihre Chancen gnadenlos.
Nach gespielten zwei Minuten war der Ausgleich erzielt, nach 4 Minuten gingen die Kids in Black das erste Mal in Führung. Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnte, bis zum Schlusspfiff blieb die Führung auf Radebeuler Seite.
Waren die ersten fünf Minuten schon stark gespielt, die jetzt folgenden 15 Minuten bis zur Halbzeit waren nahezu perfekt. Die Abwehr war in Beton gegossen, die beiden Halben der Gäste rieben sich zunehmend im 1 gegen 1 auf und im Angriff wirbelten unsere Jungs als wenn es keinen Gegner gäbe. Nach 10 Minuten stand ein 13:5 an der Anzeigetafel und manch ein Zuschauer musste zweimal hinschauen um es zu glauben. Diese ersten Minuten waren sehr intensiv und daher war es an der Zeit, der einen oder anderen einen Verschnaufpause zu geben. Wer aber dachte, das würde in irgendeiner Weise auffallen sah sich getäuscht, die Kids in Black zogen ihr Spiel durch und hielten die Gäste bis zum Halbzeitpfiff mit sechs Toren auf Abstand. Halbzeitstand war 20:14 und einige Zuschauer rieben sich, ob des Spielstandes, verwundert die Augen.
Jetzt erst einmal Halbzeitpause, Zeit die Kids in Black etwas zu beruhigen, natürlich auch zu loben, und dann hieß schon wieder Absprachen für die zweite Halbzeit zu treffen. Das Trainerteam erwartete in dieser, dass das Team aus Riesa im Angriff voll auf die brachiale Gewalt der beiden Halben setzten wird und in der Abwehr noch aggressiver gegen unseren Angriff arbeiten wird. Darauf versuchte das Trainerteam die Jungs einzustellen, gleichzeitig aber auch daran zu erinnern, das die erfolgreiche Spielweise weiter fortgesetzt werden sollte.
Die zweite Halbzeit begann dann so wie von den Trainern erwartet. Riesa setzte voll auf die körperliche Karte und damit kamen die Kids in Black in den ersten Minuten nicht gut zurecht. Innerhalb von nur drei Minuten konnte Riesa den Rückstand auf zwei Tore verkürzen. Aber anders als in anderen Spielen blieben die Kids in Black diesmal ganz cool. Als Riesa begann an eine Wende im Spiel zu glauben, schlugen Malte und Benny zu und erhöhten wieder auf vier Tore Vorsprung. Diese vier Tore verteidigten die Jungs mit allem was sie hatten. Selbst von einem verworfenen 7m ließen sich die Jungs nicht aus der Bahn werfen. Mitte der zweiten Halbzeit nahm der Trainer der Gäste seine letzte Auszeit und dem Radebeuler Trainerteam war klar, das bedeutete noch mehr Druck über die beiden Halben zu erwarten war. Dementsprechend fiel die Ansprache auch aus und alle waren sich einig, dieses Spiel geht auf keinen Fall nach Riesa.
Die Befürchtungen der Trainer erwiesen sich als richtig, mit aller Gewalt versuchten die Riesaer jetzt die Abwehr der Kids in Black zu knacken. Das gelang leider auch und nach gespielten 32 Minuten gelang den Riesaer Spielern der Anschlusstreffer. Aber auch davon ließen sich die Kids in Black nicht beeindrucken, diesmal war es Erik, der seine Schnelligkeit nutzte und den Vorsprung wieder auf zwei Tore erhöhte. Diese zwei Tore gaben den Jungs die Sicherheit zurück, die Abwehr stand wieder felsenfest und konnte in den nächsten drei Angriffen zwei Mal den Ball herausspitzeln. Diese beiden Aktionen nutzen Benny und Jonas zu zwei weiteren Toren und zweieinhalb Minuten vor Ende des Spiels führten die Kids in Black wieder mit drei Toren. Eine zwei Minutenstrafe der Riesaer nutzte dann Pepe und erhöhte auf vier Tore Vorsprung. Damit war der Drops dann aber auch gelutscht, Riesa traf zwar noch zweimal, aber Erik machte dann 20 sec. vor Ende alles klar und traf zum 31:28. Die letzten Sekunden waren dann zu genießen und nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr. Gemeinsam mit den Eltern, Fans und Freunden feierten die Kids in Black den nicht erwarteten, aber völlig verdienten Sieg über den bis dato Tabellenersten.

Fazit des dreizehnten Spieltages:
Erinnert ihr euch noch an den Anfang des Berichts? Der eine oder ander hat sich sicher gefragt, den Tabellenführer geschlagen und dann schreibt er:
“Da sitzt du als Trainer auf der Bank und denkst, was treiben die Jungs da auf der Platte?“
An diesem Spieltag allerdings nicht aus Frust, sondern voller Stolz auf alle 14 Spieler, die den Matchplan perfekt umgesetzt haben. Nach diesem Spiel Fehler zu suchen wäre Krümelkackerei, die erste Halbzeit war nahezu perfekt, die zweite immer noch saustark. Beeindruckend war auch, dass die Jungs sich in keiner Phase des Spiels aus der Ruhe haben bringen lassen, die Härte des Gegners wegsteckten und immer zu richtigen Zeitpunkt die richtige Antwort parat hatten.

In Radebeul waren mit dabei:
Leo im Tor, Ference, Jonas 4, Erik S. 4, Malte 7, Erik K., Karl, Tizian, Lennart, Ole 1, Dominik, Benny 5, Pepe 10, Richard