Radebeuler HV verliert beim ESV Dresden – gute zweite Halbzeit reicht nicht

Der Radebeuler HV musste sich beim ESV Dresden mit 34:27 geschlagen geben. Dabei zeigte sich über die 60 Minuten ein Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten: Während der ESV die erste Hälfte klar bestimmte, kämpfte sich der RHV nach der Pause zurück ins Spiel und gestaltete die zweite Halbzeit deutlich ausgeglichener.

Dresden erwischt den deutlich besseren Start. Von Beginn an hatte Radebeul Schwierigkeiten, in die Partie zu finden. Im Angriff fehlte die nötige Ruhe, einfache Zuspiele gingen verloren und gute Chancen wurden teilweise überhastet abgeschlossen. Gleichzeitig bekam die Abwehr zunächst kaum Zugriff auf die Dresdner Angreifer.

Der ESV nutzte diese Unsicherheiten konsequent aus und setzte sich schnell ab. Beim 7:4 nach der 8. Spielminute, erzielt durch Felix Lehmann, war der RHV zwar erstmals etwas näher dran, doch Dresden hatte das Spiel weiterhin im Griff. Nur kurze Zeit später erhöhte Oliver Ozellis auf 9:4.

Auch danach blieb der RHV vor allem im Angriff zu hektisch. Gleichzeitig lief der Rückzug nach Ballverlusten zu langsam, so dass Dresden sein Tempospiel nutzen und immer wieder zu einfachen Toren kommen konnte.

Nach der Radebeuler Auszeit in der 15. Spielminute wurde in der Abwehr umgestellt. Die Defensive stand nun kompakter und die Zweikämpfe wurden konsequenter geführt. Im Angriff blieben die Probleme jedoch bestehen. Besonders die Anspiele an den Kreis waren zu unpräzise und auch über die Außen wurde zu wenig gespielt.

Trotz einzelner Treffer, unter anderem durch David-Bastian Stein zum 10:5 und Niclas Streidt zum 11:6, konnte der RHV den Rückstand nicht entscheidend verkürzen. Dresden kontrollierte das Geschehen und ging mit einer 19:10-Führung in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel kam der RHV deutlich engagierter aus der Kabine. Die Abwehr arbeitete aggressiver, die Zweikämpfe wurden angenommen und auch im Angriff spielte Radebeul wesentlich strukturierter.

Nach der Halbzeit verkürzte David-Bastian Stein auf 19:11. Zwar konnte Dresden in der 35. Spielminute durch Jörn Grötschel auf 21:11 erhöhen, doch Radebeul ließ sich nicht mehr so leicht abschütteln. Das eigene Tempospiel funktionierte nun besser und auch die Torwartleistung gab der Mannschaft zusätzlichen Rückhalt.

Jetzt war deutlich zu spüren, dass Radebeul wesentlich besser im Spiel war. Die Mannschaft kämpfte um jeden Ball und gewann deutlich mehr direkte Duelle. Die Aufholjagd setzte sich fort: In der 46. Spielminute verkürzte Niclas Streidt auf 27:17, kurz darauf David-Bastian Stein zum 27:18.

Der RHV hatte nun seine beste Phase, doch Dresden nutzte kleine Fehler erneut aus und verhinderte, dass Radebeul den Rückstand noch weiter reduzieren konnte. Trotzdem blieb die Mannschaft dran. Stein erzielte das 28:20 und wenig später das 29:21, ehe Christoph Herrmann zum 30:22 und Niclas Streidt zum 30:23 trafen.

Damit war die zweite Halbzeit deutlich ausgeglichener als die erste. Der RHV hatte den Gegner nach der Pause vor wesentlich größere Probleme gestellt. In der Schlussphase machte sich jedoch der komfortable Vorsprung aus der ersten Halbzeit bemerkbar. Dresden konnte sich wieder etwas absetzen, während Radebeul trotzdem bis zum Schluss kämpfte. Jakob Gries erzielte in der 59. Minute den letzten Radebeuler Treffer zum 34:27-Endstand.

Trotz der Niederlage zeigte der RHV nach der Pause eine deutliche Leistungssteigerung. Die zweite Halbzeit macht Mut für die kommenden Aufgaben – entscheidend wird sein, diese Leistung künftig von Beginn an über die gesamten 60 Minuten abzurufen.

Schreiberling: N.S.

Bilder: C.H.